review: twenty-five years anniversary edition

Crazy Cubes: twenty-five years anniversary edition

Wenn man die Platte auf den Teller legt (gibt´s übrigens auch als CD – die fällt aber vom Plattenteller wenn man aufdreht), dann rauscht einem gleich mal „Rockabilly Town“ um die Ohren – und wir wissen wo´s lang geht. Nicht nach Lunz sondern nach Linz, im Moment wohl die Hauptstadt des Rockabilly in Österreich. Und diesen Status hat Linz vor allem den Crazy Cubes zu verdanken, die nun seit 25 Jahren die Bühnen rocken wenn sie nicht gerade von einer Pandemie heimgesucht werden.

Während die lange Bühnenkarriere optisch nahezu spurlos an den jungen Herren vorübergegangen zu sein scheint, erkennt man die gehäufte Routine, Eingespieltheit, das technische Können, den Spielwitz und die Kreativität schon beim ersten kurzen Reinhören.

Die erste große Kunst besteht schon mal darin, in Zeiten wie diesen eine Band über 25 Jahre am Laufen zu halten. Und das noch dazu erfolgreich – mit einem musikalischen Nischenprodukt in diesem kleinen Land. Als ob das nicht schon genügte, bringen sie dann nicht zuletzt auf Grund der Bühnenshow des frontman Walter Friedinger die Hallen regelmässig zum Kochen. Die vorliegende Platte bestätigt aber, dass dieser Erfolg kein Zufall ist. Es gibt beim Durchhören keinen Moment der Langeweile. Mit viel Abwechslung und songwriter-ischem Geschick wird der Zuhörer bis zu einem finalen „Great Balls Of Fire“ (nur eine von zwei reinen Cover-Nummern auf der Platte!) an die Boxen gebannt. Ich selbst kann mich noch nicht ganz entscheiden welche meine persönliche Lieblingsnummer ist: von „Captain Kilo – Superhero“ fühle ich mich irgendwie persönlich angesprochen. „Ich geh nicht in die Disco“ ging am schnellsten ins Ohr, und das sage ich trotz meiner deklarierten Gegnerschaft zu deutschen Texten im Rock´n´Roll. „Oida Voda!“.

Seichter Schlager kommt auf dieser LP auf jeden Fall keiner vor, dafür lots of (man kann heute auch schon sagen) „klassischem“ Neo-Rockabilly der feineren Art. Apropos: Walter übertrifft das Vorbild Brian Setzer auf „This Cat´s on a Hot Tin Roof“ in gesanglicher Hinsicht. Für die gitarristische Reminiszenzen an Setzer hat er ja zum Glück Romschy Knapp. Die Rythmusgruppe mit Pete Thalguter und Charly Brandstetter sorgt nicht nur für den soliden Untergrund sondern hält den Druck und die Spannung von der ersten bis zur letzten Nummer aufrecht – keine Selbstverständlichkeit wenn man sich heutige Rockabilly-Alben zur Gänze durchhört.

Super Burschen, nicht nur persönlich sondern auch musikalisch. Wir, die Gemeinde der Rockabillistinnen und Rockabillisten – verdanken ihnen im Moment sehr viel. Halten sie doch ungebrochen das Fähnlein der Aufrechten inmitten der Stürme unserer Tage. Und es macht Spaß ihnen dabei zuzusehen und zuzuhören. Oh, yeah.

get it here

Fazit: highly recommended

(Rezension: Admin)

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