review: The Dells „OH, WHAT A NITE“

THE DELLS

OH, WHAT A NITE ****

(VEE-JAY 1010)  

Oh,What A Nite                          

Why Do You Have To GO

Time Makes You Change            

JoJo

Dry Your Eyes                             

Pain In My Heart

Baby Open Up Your Heart          

I Wanna Go Home

Moving On                                  

Dreams Of Contentment

Zing Zing Zing                            

Dance Dance Dance

DooWop war ein Gesangsstil, der sich einerseits aus den Barbershopharmony -Stil etwa der Ink Spots und aus Gospel und Blues zu Beginn der Fünfziger entwickelte. Mehrstimmige Gesangsarrangements, die eine Führungsstimme featuren, sind typisch für DooWop. Diese Führung hat meist der Tenor, zeitweise aber auch der Bass zu bewerkstelligen. Im Gegensatz zur Meinung Vieler gibt es in diesem Stil nicht nur Balladen, sondern auch sehr schnelle Titel. Ein typischer DooWop-Titel bestand neben einem Gesangsarrangement meist aus einem Tenorsaxsolo oder einem Gitarrenbreak. Zentrum der DooWop Gruppen war New York mit seinen vielseitigen, kulturellen Einflüssen aus Italien, Puerto Rico, etc. Im Gegensatz dazu orientierten sich Gruppen aus Chicago in erster Linie am Gospel und Blues, da viele Musiker aus dem ländlichen Süden in Chicago eine neue Heimat fanden. Während der DooWop aus New York eher dem Rock’n’Roll glich, war Chicagos DooWop Rhythm’n’Blues pur. Veröffentlichungen auf frühen Labels wie Chance oder Parrot waren so „schwarz“, dass sie regional zwar punkten konnten, überregional jedoch nur Insidern bekannt waren und Originale heute Fantasiepreise erzielen.

Die Dells waren eine um 1955 gegründete Band, die relativ bald einen landesweiten Hit mit „Oh What A Nite“ landeten. Das veranlasste die Verantwortlichen von Vee-Jay der Gruppe eine LP anzuvertrauen. Darauf durfte natürlich der große Hit „Oh What  A Nite“ nicht fehlen. Man produzierte eine klassische DooWop LP, die aus Balladen, aber auch aus Uptempo- Songs wie  „Baby Open Up Your Heart“ bestand. In dieser ersten LP der Gruppe lässt sich bereits erahnen, dass die Dells zu einer der profiliertesten Vertreter des „Northern Soul“ wurden. Während sich in New York der Stil immer mehr kommerziell besser verwertbarem Rock’n’Roll anglich, entwickelte sich der Chicago-Stil zum Soul der Sechziger.

Die erste LP der Dells auf Vee-Jay 1010 maroon label (Erstpressung) ist heute eine zu Recht gesuchte Schallplatte, die einerseits als Einstieg zum Chicago DooWop, aber auch als Vorbote zum Soul der Sechziger betrachtet werden kann. Während das Original nicht leicht (oder gar billig) aufzutreiben sein wird, gibt es zahlreiche Repros und compilations mit Titeln der Dells zu günstigen Preisen. Ein Wiederentdecken dieser stilbildenden Band  aus Chicago lohnt sich allemal.           

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