Nach der Pandemie ist vor…

(flickr.com)

Manch eifrige Leser/innen haben schon bemerkt, dass es seit einigen Wochen keine neuen Beiträge auf halbwild.org gibt. Ja warum das denn? Wie auf dem Bild erkennbar ist die Redaktion redlich bemüht die neusten Analysen und Berichte aus der (Unter-)Welt des Wiener Rockabilly zu liefern. Aber kaum ein Beitrag genügt den hohen Qualitätsansprüchen der Chefredaktion und wird – trotz Sommerlochs – nicht kaltherzig abgeschmettert.

Naja, stimmt nicht ganz. Erstens das mit der Chefredaktion. Wie schon mal erwähnt besteht unsere Redaktion vornehmlich aus Musikern. Und die sind – kaum zu glauben – seit den ersten Öffnungen im Gastgewerbe beim eifrigen Auftreten in den diversen Tschocherln und Rums´n dieser Stadt. Und haben so wenig Zeit zum schreiben. Ein wenig scheint unsere Vorhersage, dass es so einen Art „Rückstau“ bei live-Musik geben könnte, zuzutreffen. Zumindest im Kleinen. Größere Rockabilly-Events außerhalb von Wien wurden teils weiter-verschoben, teils recht kurzfristig doch noch angesetzt. Mit den bekannten Risiken für die Veranstalter/innen.

Die rein finanziellen Kulturrettungsmassnahmen sind leider völlig an uns persönlich vorübergegangen, oder gelaufen, ohne dass wir ihnen rechtzeitig habhaft werden konnten. Vielleicht fehlen uns da aber einfach die rücksichtslosen Nehmerqualitäten. Den einen oder die andere Kulturschaffende wird eine „Beihilfe“ schon dazu bewegt haben die Füsse trotz der zumindest zeitweiligen Komplettabschaffung der Kultur still zuhalten. Mag sein. Doch wer Rock´n´Roll im Blut hat, kann die Füsse nie still halten… das ist das Problem.

Leider ist kein nachhaltiges Konzept am Horizont erkennbar, abgesehen davon, dass künftig letztlich politische Entscheidungsträger/innen (bzw. von diesen Eingesetzte) sagen, wann wo was mit wem stattfinden kann. Es findet zwar ein Teil der in Wien angekündigten Open-Air-Stages statt, die Zahl derer, die ihre Kunst da zum Besten dürfen ist allerdings sehr begrenzt. Unserem Vernehmen nach finden diese statt, ohne dass dort unserem Musikstil eine Bühne geboten würde. Wem anderes zugetragen wurde, der/die möge diese Information bitte an uns weiter tragen.

„Pop“-Musik im „Pop-Up“ – Modus

Die Frage aus der Sicht von Musikschaffenden ist, was einmalige Kurzauftritte bei einem der Strassenbühnen (oder gar als „U-Bahn-Star“?) nachhaltig für die diversen Subkulturen bewirken kann und soll. Abgesehen, dass die Leute weiter an den Gedanken gewöhnt werden, Musik sei gratis. Einzelne können so Aufmerksamkeit generieren, die breite Masse an MusikerInnen hat aber nix davon.

Da von Seiten der Bundesregierung (böse Zunge meinen ja, die hätte da ein wenig Mitverantwortung an der Gesamtsituation) aber noch viel weniger darüber nachgedacht wird, wie und ob Kultur in Zukunft wieder selbstständig lebensfähig sein könnte, braucht sich die Wiener Stadtregierung also nicht besonders anzustrengen…

Manche lebenswilligen Lokale mit musikalischen Tendenzen kämpfen also noch wacker und so kommt es, dass im Moment relativ viele Klein-Events stattfinden. Die Idee mit Live-Musik um die noch etwas schüchterne Kundschaft zu buhlen, kann in die Hose aber auch voll aufgehen. Es macht auf jeden Fall mehr Spass mit als ohne Musik. Durchaus denkbar und einen Gedanken wert ist, dass sich ein paar Lokale in einer Gass´n auf a Packl hau´n und die eine oder andere Live-Musik-Meile (sei sie auch nur 25 Meter lang) aus dem Boden stampfen um so die Live-Musik-Kultur in Wien ein wenig zu dezentralisieren. Na, wenn sich das rumspricht kommen vielleicht auch wieder mehr Leute aus ihren Quarantäne-Lagern gekrochen.

Zu hoffen wäre, dass es doch irgendwann mal auch wieder in Wien mittelgroße einschlägige Veranstaltungen gibt, bei denen dem Rock´n´Roll in Reinkultur gefröhnt werden kann.

Qualtinger würde sagen, ka Stodt zum Leben, ka Stodt zum Sterben.

Wir sagen unbeirrt und nur halb-verwirrt: keep on rockin´n´rollin´!

Deine Halbwilden

(gutefrage.net)

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